„You gotta be fucking kiddin’ me!?“, keifen CALIBAN - zusammen mit ihren Labelmates Heaven Shall Burn nach wie vor unkaputtbare Speerspitze des deutschen Modern Metal - dem Hörer ihres neuen Werks „I Am Nemesis“ schon beim markerschütternden Opener „We Are The Many“ in die Ohren. Eine Frage, die sich wie ein roter Faden durch ihr neues Studioalbum zieht, das einmal mehr die Schattenseiten der menschlichen Existenz an den Pranger stellt: Verluste und Ängste, Gier und Habsucht, Lügen und Betrug, Wahnsinn und Kontrollverlust.
Textlich serviert das Ohrknochenbrecher-Quintett erneut keine leichte Kost, aber über eitel Sonnenschein sollen andere singen – getreu ihrem Namen haben sich CALIBAN seit jeher dem verschrieben, was wild, unzähmbar und chaotisch ist in unserer Welt und andere nicht beim Namen nennen wollen. Wenn Shakespeares Hexensohn Musik gehört hätte – CALIBAN hätten sicher ganz oben auf seiner Playlist gestanden.
„Das Konzept des Albums ist textlich gesehen quasi eine Weiterführung von ‘Say Hello To Tragedy‘“, erklärt Sänger Andy Dörner den inhaltlichen Ansatz. „Es ist gesellschaftskritisch und zeigt Themen auf, die unserer Meinung nach falsch laufen in der Welt.“ Als da wären: Verdummung durch Medien („Broadcast To Damnation“), Verlust („Memorial“), das Internet als soziale Kriegsplattform („Modern Warfare“), Faschismus („Dein R3.ich“) oder die Ausbeutung der Erde am Beispiel von Öl („Edge Of Black“). Das Thema des Songs „The Bogeyman“ bedarf in diesem Kontext sicher keiner genauen Erklärung.
Es ist alles andere als eine Floskel zu behaupten, dass CALIBAN noch nie so variabel und vielseitig wie auf „I Am Nemesis“ zu Werke gegangen sind: Immer wieder nehmen sie an genau der richtigen Stelle das Tempo aus den grollenden Metal-Gewittern heraus, streuen perfekt harmonierenden Clean-Gesang ein (ohne dieses Stilmittel zu überreizen), setzen hier ein paar mächtige Gangshouts, dort ein paar Keyboard-Spielereien ein (die bei „The Bogeyman“ und „Dein R3.ich“ von Marcel Neumann von den Deathcore-Zerstörern We Butter The Bread With Butter stammen) und finden stets das perfekte Gleichgewicht zwischen unbändiger Aggressivität und eingängigen Melodielinien. Und um der klanglichen Mannigfaltigkeit die Krone aufzusetzen, steuern Mitch Lucker von Suicide Silence, Heaven Shall Burn-Sänger Marcus Bischoff sowie die Jungs von As Blood Runs Black garstige Guest-Vocals bei.
Lead-Gitarrist Marc Görtz beschreibt den musikalischen Ansatz von „I Am Nemesis“ wie folgt: „Das Album geht neue Wege, ohne unsere Wurzeln zu vergessen. Es sind einige neue Einflüsse zu hören,
VÖ-Datum: 3. Februar 2012die sich in flirrenden Gitarrenmelodien und technischen Grooves mit Meshuggah-artiger Schwere manifestieren, aber auch der Härtegrad einiger Nummern wurde kräftig nach oben geschraubt. Wir wollten ein sehr abwechslungsreiches Album schreiben mit zum Teil sehr schnellen Tracks, aber auch langsamen und brutalen Moshsongs.“
Zehn Monate, mehr als doppelt so lange wie bei den vorherigen Alben, haben die Arbeiten an „I Am Nemesis“ – vom ersten Songwriting bis zum finalen Feinschliff – in Anspruch genommen. Die intensive Arbeit hat sich ausgezahlt und CALIBAN sind zu 100 Prozent mit dem Ergebnis zufrieden: „Es war uns wichtig, ein sehr durchdachtes, für uns perfektes Album zu schreiben, wo kein Song durchs Raster fällt oder ein Lückenfüller ist. Auch der Sound des Albums ist mit Abstand der beste, den wir je hatten: Es klingt brachial ohne chaotisch zu sein!“, freut sich Görtz, der die Scheibe, die von Klaus Scheuermann im B.B. Serious Studio in Berlin gemixt und von J. Oliver Wiebe in den Hamburger Nullzweistudios gemastert wurde, zusammen mit Benny Richter produziert hat.
Parallel zur Veröffentlichung von „I Am Nemesis“ begeben sich die Metal-Berserker aus dem Ruhrgebiet im Februar 2012 auf große Europatournee und werden die Metal-Bastionen Europas mit ihrer ungebremsten Energie und zwölf saustarken neuen Songs im Marschgepäck im Sturm erobern.
In der Tradition der „Coverfield-EP“ bieten die Special Edition sowie das streng limitierte Box Set eine Bonus-CD mit u.a. Coverversionen von Songs, die CALIBAN zu ihren wichtigsten Einflüssen zählen wie Mötley Crüe, Rammstein, Six Feet Under, Misfits, At The Gates, Pink Floyd, Anthrax plus einem Remix von “Edge Of Black”.